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Scolari: "Beziehung zu Figo in Ordnung"

BBV Net(Deutschland) - 27-06-2004 11:46


por Alcochete (rpo).
URL: http://www.bbv-net.de/public/article/sport/fussball/52309/Scolari-Beziehung-zu-Figo-in-Ordnung.html

Portugals Nationaltrainer Luiz Felipe Scolari hat einen Streit mit dem Kapitän und langjährigen Fußballstolz Luis Figo dementiert. Unterdessen scheint sicher, dass der Brasilianer die Portugiesen bis zur WM in Deutschland betreuen wird.





"General Felipao" soll bis zur WM 2006 in Deutschland das Kommando über Portugals Fußball-Nationalmannschaft führen. Nach Angaben verschiedener portugiesischer Medien und unter Berufung auf Verbandspräsident Gilberto Madail wird Luiz Felipe Scolari nach dem Einzug der Iberer ins EM-Halbfinale am Mittwoch (20.45 Uhr) gegen die Niederlande einen neuen Vertrag erhalten. "Felipao bleibt bis 2006", titelte das Massenblatt A Bola. Der Brasilianer selbst bestätigte die Einigung mit dem portugiesischen Verband allerdings nicht. Seit Januar 2003 steht der als streng geltende Südamerikaner in Diensten der Portugiesen.

Lange Zeit war Scolari nicht allzu wohl gelitten in Portugal. Sein diktatorisches Auftreten, seine Personalpolitik stieß auf Ablehnung. Aber der Fußballlehrer ging seinen Weg und wird inzwischen schon als Mann mit der "goldenen Hand" bezeichnet.

Rücksichtslos

Denn Portugal erreichte vor allem wegen Scolaris geschickten Auswechslungen die Vorschlussrunde. Sechs Turniertore erzielten die Iberer bislang, fünf davon gingen auf das Konto von so genannten Jokern, die Scolari einwechselte: Rui Costa (gegen Russland und England), Cristiano Ronaldo (gegen Griechenland), Nuno Gomes (gegen Spanien) und Helder Postiga (gegen England).

Dabei nimmt Scolari auch keine Rücksicht auf große Namen, selbst Kapitän Luis Figo genießt keinen Sonderstatus und muss den Platz verlassen, wenn es "General Felipao" beliebt. Nach 75 Minuten wurde das Real-Madrid-Ass gegen England ausgewechselt, dafür kam Postiga und erzwang mit seiem 1:1-Ausgleichstor die Verlängerung. Figo stapfte jedenfalls mit grimmiger Miene in die Kabine und ward nicht mehr gesehen. Scolari: "Ich habe von Wut nichts bemerkt. Außerdem werde ich dafür bezahlt, mir das Spiel anzuschauen, nicht der Spieler. Das Einzige, was ich weiß, ist, dass Luis beim Elfmeterschießen mit einer Statue der Mutter Gottes von Fatima in der Hand in der Kabine saß."

Mit Figo alles bestens

Scolari bestritt, dass es ein Zerwürfnis mit dem Ausnahmespieler gebe. "Die Beziehung zu Figo ist in Ordnung. Er ist einfach nicht der Typ, der sein Herz öffnet. Er ist eine private Person", sagte der brasilianische Fußballlehrer und pries die menschlichen Qualitäten des 31-Jährigen: "Bevor ich nach Portugal kam, habe ich Figo schon als Spieler bewundert. Aber jetzt mag ich ihn auch als Mensch."

Nicht mehr so hoch im Kurs steht Figo allerdings im Vergleich zum Turnierbeginn bei Portugals Schwulen. In einer Umfrage auf der Internetseite portugalgay.pt rutschte der Madrilene vom ersten auf den fünften Platz mit neun Prozent Stimmen ab. Die Spitzenposition eroberte Cristiano Ronaldo von Manchester United (14) vor Nuno Gomes (13), der das Siegtor beim 1:0-Erfolg gegen Spanien erzielt hatte, und Torjäger Pauleta (12). Spielmacher Deco, dem nicht das beste Verhältnis zu Spielführer Figo nachgesagt wird, landete mit einem Votum von nur zwei Prozent weit abgeschlagen.

 
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